singend gesunken

5 März, 2010 (03:30) | Jörg Meyer (oegyr) | goldener schnitt, rausch (zustände) | (2) Kommentare

„wie wolken um die zeiten legt“ (friedrich hölderlin)

wie wasser sich ums wort gelegt, in eis
umschlossen über lang vergang’ne zeiten
als sehnenderes kyrie eleis,
bevor es singend sank ins sich verschweigen.

die teiche schließen sich noch fest um nachen.
des hades fährmann braucht ’nen packeisbrecher.
ich rufe ihn mit meines ruders sprachen,
und freud weist ihm den weg in den versprecher.

wir streiche(l)n ihm die wortverspielten zeilen
aus seinem fahrplan des zu früh versinkens
und handeln aus verspätung, ein verweilen.

die wolken legten zeit um uns’re gläser,
in denen wir des totenschiffers winken
missachteten als trunk’ne wortverweser.

als video.poem

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Beitrag vom: 5 März, 2010 (03:30) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: goldener schnitt, rausch (zustände) | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare
Kommentare



Werner Theis schrieb:

Schön, mal wieder meinen Lieblingssonetter hier zu lesen. Ich habe immer noch nicht herausgefunden, wie Du diese Wortbilder hinbekommst. Aber, touché, sie sind eben einfach einzigartig.

Kommentiert am 7. März 2010 um 13:29



sylvia schrieb:

lieber Ögyr,
endlich komm ich dazu – ich möchte dir sagen, dass mir
dein gedicht gut gefällt – und dass ich die form des video-poems
sehr interessant finde. könnte man das vielleicht irgendwie hin-
bekommen, dass der hinweis “als video-poem” ein wenig größer
erscheint? ich habs zuerst gar nicht mitbekommen… tolle
möglichkeit, text und bewegtes bild zusammen zu präsentieren!
sylvia

Kommentiert am 18. März 2010 um 09:11



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