schnee / schlaf

26 Februar, 2009 (04:56) | Jörg Meyer (oegyr) | tage-bau | (3) Kommentare

vom mehl des himmels nachts bestäubt die dächer
wie laken morgens, wenn der reif des schlafs
fiel aus den poren, schwitzend in den fächer,
den aufgespannt ein traumbild eines schafs.

von zäunen sprießt am mittag dessen wolle.
wie pusteblumens sanftes schweben traf’s
in herz und hand zerbroch’ner heimatscholle:
das sein, das immer schon gesagt – das war’s.

am morgen früh ist winters reif gewohnt,
fällt er am abend schon, ist’s wie ein tuch,
in das sich hüllt verblich’ner tagelohn.

so schmilzt er hin ins kalte bett aus schnee,
verfrüht das leid des morgens. jener fluch
führt selbst ertrunk’ne noch ins schilf am see.

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Beitrag vom: 26 Februar, 2009 (04:56) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: tage-bau | Beitrag ausdrucken | (3) Kommentare
Kommentare



Werner Theis schrieb:

Mal wieder ein typischer ögyr, endlich. Verschränkt, verspielt, versprochen, mehr zu sein als vorzugeben. In der Tiefe, in den Zwischenebenen, liegt der Hund begraben, der hier als Schaf kommt. Und leise “mäh” sagt, wenn der echte Hirtenhund kommt und es verbellt, das Schaf, weil es, vom Schlafe noch trunken, zu nah an den Moorweiher geriet. Und da soll es doch nicht sein, es könnte drin versinken.

Kommentiert am 26. Februar 2009 um 10:26



Kasper Grimm schrieb:

Intensive poetische Bilder – gefällt mir gut.
LG Kasper

Kommentiert am 27. Februar 2009 um 11:50



Angelika Zoellner schrieb:

schöne Stimmung und Bilder.

Kommentiert am 5. März 2009 um 19:43



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