Beiträge zu goldener schnitt

Er strahlt ins Weite

5 März, 2010 (20:46) | Werner Theis | goldener schnitt, rausch (zustände) | Kommentieren

„wie wolken um die zeiten legt“ (friedrich hölderlin)

Der Worte in den Atem schreibt, um zu verführen:
Er strahlt ins Weite. Er strahlt gelb, rot, grün und blau:
Die Lichterfelder, die sich spreizen, die ich schau,
Die wollen mich im Innersten ganz leicht berühren –

Sie staunen, diese wunderbaren, schlängeln schlau
Sich durch die Luft, und niemand kann sie jemals spüren,
Weil sie sich zärtelnd aus dem Nichts zum Äther küren!
Sie binden sich und winden sich, und ganz genau

Wie man die Wolken um die Zeiten legt, bewegt
Es Suchende, die Lebenden, die Endenden:
Der Worte in den Odem haucht, ist angeregt

Von Bilderlauten, die er malt, die wendenden,
Verwunschenen, die, um die Zeiten sich gelegt,
Am Himmel ballenden und sich verschwendenden!

Für öygr

Beitrag vom 5 März, 2010 (20:46) | Autor: Werner Theis | Rubrik: goldener schnitt, rausch (zustände) | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


singend gesunken

5 März, 2010 (03:30) | Jörg Meyer (oegyr) | goldener schnitt, rausch (zustände) | 2 Kommentare

„wie wolken um die zeiten legt“ (friedrich hölderlin)

wie wasser sich ums wort gelegt, in eis
umschlossen über lang vergang’ne zeiten
als sehnenderes kyrie eleis,
bevor es singend sank ins sich verschweigen.

die teiche schließen sich noch fest um nachen.
des hades fährmann braucht ’nen packeisbrecher.
ich rufe ihn mit meines ruders sprachen,
und freud weist ihm den weg in den versprecher.

wir streiche(l)n ihm die wortverspielten zeilen
aus seinem fahrplan des zu früh versinkens
und handeln aus verspätung, ein verweilen.

die wolken legten zeit um uns’re gläser,
in denen wir des totenschiffers winken
missachteten als trunk’ne wortverweser.

als video.poem

Beitrag vom 5 März, 2010 (03:30) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: goldener schnitt, rausch (zustände) | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


die viele zeit

27 Februar, 2010 (11:21) | Sylvia Hagenbach | goldener schnitt | 5 Kommentare

die viele zeit die plötzlich in meinem alltag steht
sitzt liegt lungert sich über flächen breitet und
ach jeden leeren platz belegt die zeit die dicke
bücher zeitschriften frisst in vielen kleinen happsen
und schlucksen die sich aufbläht rülpst und wieder
breiter macht sie macht mir langsam einen
schrecken die augen schmerzen und tränen die
ohren voll mit den stimmen der professionellen
vorleser spaziergang in der frühlingssonne fällt
aus wegen knieverstockung die blumen sind gegossen
texte verstecken sich im furchtdickicht lassen sich
nicht locken es streiken zeichenfeder und pinsel
ach mir wird bang nein vertreiben wolln wir sie nicht
die zeit auch nicht totschlagen soll sie sich niederlassen
auf dem sofa neben mir komm zeit schauen wir mal in den

schrank den lang verschlossenen nee fräulein
das lass man lieber bleiben singt der stephan und von
fremden händen auf seinen beinen und vom alten
herrn im 5. stock ganz links und die zeit sitzt neben
mir und wippt mit den füßen und lacht weisste noch
siehste geht doch…

Beitrag vom 27 Februar, 2010 (11:21) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (5) Kommentare


Musik ohne Ende

23 Februar, 2010 (23:55) | Hartmut Sörgel | goldener schnitt | 1 Kommentar

Ultraschall 2010
Mark Andre
´Au 1´
Orchestertriptychon


                                / / / / /
                               / / / / /
                           Leere
                        Räume unendlich
                      Das Ende fängt den Anfang
                     in Zwischenwelten wechselt
                das Ungewisse ungewiss und schutzlos
           blaue Noten auf langen Beinen
            Dreiecke fallen steigen aus den Farben
             trommeln
                >°~~~~~~)
                 fast unsichtbar
                 im weißen
                      Nebel
                      |
                      |
                      |

                      |
                      |
                      |

                      |
                      |
                     / \
                   /    \
                  /       \

Beitrag vom 23 Februar, 2010 (23:55) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Noch mehr Musik

21 Februar, 2010 (23:59) | Hartmut Sörgel | goldener schnitt | 1 Kommentar

Letztens hörte ich ein Stück von Janis Xenakis das Stück Syrmos
Ich malte mit und schrieb heute das Bild ab



                   Zusammen
                      stürzen die Wolken
                       Die Nacht der Städte
                     zwitschert
                                zwischen
                          den schweigenden Bergen
                       Pfeifende Feuer
                         stürzen in kreisende Lichter
                           Taumelnde Blätter
                        Ein Feuerwerk fliegt
                      in spritzende Wellen
                    über die Wellen
                  Türkis rennen die Wasser
                     gegen die Sonne
                  die kreist in orangenen Bögen
                   durch blaue Ecken der Krater
                   und pflückt
                    eine
                   R
                 o
              s
           e
Beitrag vom 21 Februar, 2010 (23:59) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


aschermittwoch

17 Februar, 2010 (11:56) | Sylvia Hagenbach | goldener schnitt | 4 Kommentare

http://www.sylviahagenbach.de/wp-content/uploads/2010/02/orangen-2.jpg
glockenrufe
die narren
beugen die häupter
ausgekreuzt
die tollen tage
ein fetter kater
räkelt sich
es riecht nach fisch
in küchen und kneipen
in meiner
blauen schale duften
süße sonnen

Beitrag vom 17 Februar, 2010 (11:56) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (4) Kommentare


Yodh – The Infinite Point

20 Dezember, 2009 (23:21) | Kathrin Drescher | goldener schnitt | 1 Kommentar

“J” is the tenth letter in the modern Latin alphabet; it was the last of the 26 letters to be added.

But Yodh, also spelled Yud or Yod, is the tenth letter of the Semitic alphabet. The tenth shall be holy; as the decimal nature of reality.

But I am a worm and not a man, scorned by men and despised by the people.
All who see me mock me; they hurl insults, shaking their heads:
He trusts in Adonai; let Adonai rescue him. Let him deliver him, since he delights in him.

As Yodh is the smallest letter, much kabbalistic and mystical significance is attached to it. The secret of this point is the power of the Infinite to contain finite phenomena within Himself and express them to apparent external reality. This initial point, the essential power of the Yodh, is the “little that holds much.”

I am poured out like water, and all my bones are out of joint. My heart has turned to wax; it has melted away within me.
My strength is dried up like a potsherd, and my tongue sticks to the roof of my mouth; you lay me in the dust of death.

According to the Gospel of Matthew Jesus mentioned it during the Antithesis of the Law when he says: “One Yodh or one tittle shall in no wise pass from the law, till all be fulfilled.” Yodh was often overlooked by scribes because of its size and position as a mater lectiones.

Dogs have surrounded me; a band of evil men has encircled me, they have pierced my hands and my feet.
I can count all my bones; people stare and gloat over me.
They divide my garments among them and cast lots for my clothing.

In modern Hebrew, the phrase “tip of the Yodh” refers to a small and insignificant thing, and someone who “worries about the tip of a Yodh” is someone who is a “Korinthenkacker” that means to be picky and meticulous about very small details.

From birth I was cast upon you; from my mother’s womb you have been my Adonai.
Do not be far from me, for trouble is near and there is no-one to help.

In “gematria”, the Hebrew language and Hebrew alphabet, Yodh represents the number ten, and its place in the name of Adonai.

Eli Eli, why have you forsaken me?

Two Yodhs in a row designate the name of HIM and in pointed texts are written with the vowels of Adonai; this is done as well with the Tetragrammaton.

Adonai, deliver my precious life from the power of the dogs.

Yodh is thought to have originated with a pictograph of a hand, Yad in Hebrew.
Yad can also refer to pointer used for Torah reading in Jewish synagogues.

Quote: Psalm 22

Beitrag vom 20 Dezember, 2009 (23:21) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Schweigende Träume

15 Dezember, 2009 (22:06) | Elvira Surrmann | goldener schnitt | 3 Kommentare

Hellglitzernd zerspringt der Fluss an den Felsen,
gleißend zerschneidet sein glänzendes Band,
baumgrün gesäumt, den Staub der Steppe.
Die Feder des Falken sinkt langsam zur Erde.

Kristallklar ertönt das Lied einer Liebe,
zärtliche Weisen, geborgen im Wind,
steigen hinab zum Grün der Gärten.
Die Nachtigall hütet die Lieder der Nächte.

So weint meine Seele schweigende Träume,
dunkle Gefieder bedecken ihr Haupt.
Windlieder zart zerrinnen leise
im Dunkel der Nächte zum Staub meiner Tage.

Beitrag vom 15 Dezember, 2009 (22:06) | Autor: Elvira Surrmann | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (3) Kommentare


Musik und Sprache eng verwandt

6 Dezember, 2009 (23:57) | Hartmut Sörgel | goldener schnitt | 2 Kommentare


   Arnold Schönberg
                        Klavierstücke

                                 Dunkel hell               Wirbelnde Blätter
                             Tropfen fallen leuchtend   stehen Kopf im Wind
                        nach oben                                   und denken

                     Ein Stein dreht sich                Das Haar
              springt über Wellen                          Ein Wald auf meinem Kopf
      und spritzt                                                      Wolken mit Wurzeln

      Das Echo spaziert                                          Ich gehe weiter
                neben mir am Friedhof                   einfach geradeaus
                     Der Tod?!                                von der Erde weg

                      Füße aus Sternen                  Blau grün gelb
                Augen Licht und Luft                        fliegen sprühend weg
        Schillernde Farben                                      und drehen sich

   Eisiger Schnee                                                                               Der Horizont
       Schleier funkelnder Lichter                                        Er kreist ringsum
                              Tiefe Spuren                      und bindet mich fest

                               Ein Salto                                                     Ein Vogel
       Ich überspringe mich selbst                                         Er sitzt im Fenster
   in alle Zeit                                                                und...

   Der Flügel  schwebt                                                         Springende Flecken
       aus dem Orchester                                                die nicht existieren
                           völlig aufgehoben                   schlagen Töne
  

Beitrag vom 6 Dezember, 2009 (23:57) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Engelschor (aus “Mäander”)

30 November, 2009 (13:39) | Kasper Grimm | goldener schnitt | 1 Kommentar

Hildegard von Bingen – der Name bringt in mir etwas zum Erklingen, d.h. die Klänge der Klosterfrau steigen in mir auf, Dome aus Tönen, Melodienbögen wie Wasserfälle.

Ich steige ein in diese Klangwelt und fahre mit ihr hinauf und hinab: eine akustische Achterbahn mit steilen Höhen und Tiefen, Links- und Rechtskurven – hei, wie es mich packt und erhebt, in freiem Fall abstürzen läßt und mich dann auffängt in einer sanften Aufwärtsbewegung, hinauf zu strahlenden Gipfeln.

Gesang von Engeln: keusche Frauen mit Stimmen so rein wie ihre Herzen beim Lobgesang Gottes. Chorgesang, dieser Schlüssel zum Jenseits, getragen von freudiger Inbrunst – eine andere Art von Brunst: sublimierte Sexualität, erotische Erhebung, orgiastisches Schweben, in Euphorie umgesetzte Sinnlichkeit, Aufschwung in höhere Sphären.

Sanglicher Höhenflug: das scheint mir mit Engelsschwingen gemeint – Metapher fürs Abheben in überirdische Regionen, die aber doch mit der Erde verknüpft sind, gebunden an leibliche Stimmen, die von den Frauen aufsteigen, Instrumente wie Fiedeln, Flöten, Harfen, Lauten und Orgeln, nur daß sie lebendig sind, vitale Resonanzkörper, beseelte Klangorgane, emotional aufgeladen, zu einem Chor vereint, unisono, Schleifen ziehend in erhabener Stille, die nachhallt während der Atempausen, himmlische Stimmsäulen und –bögen, ineins verschmolzen, irisierend in hellen und dunklen Nuancen, schillernd wie Regenbögen, Spektralfarben aus Mezzo, Alt und Sopran.

Ihr Singen: ins Ätherische verflüchtigte Liebe, von der alles Schwere und Lehmige abfällt, ja, selbst das Verschwitzte wird kondensiert zu balsamischem Duft, geläutert in der Symbiose allumfassenden Glücks.

Und wieder setzt dieses pfeifende Instrument ein mit süßer Melodik, die mir so innig vertraut ist: zierliche, süchtigmachende Arabesken, nun unterlegt mit einer zweiten, tieferen Stimme – hypnotisierende Laute aus einer Drehorgel oder einem Harmonium, quirlend, hüpfend und strudelnd, mäandernd, auseinanderlaufend in mehrere Stimmen, wieder zusammenfließend, unterbrochen von Trillern, Luftsprüngen der Freude. Violine und Harfe lösen das Organetto jetzt ab, und ihre Klänge werden von Flötenlauten durchflochten.

Dann werden sämtliche Instrumentalstimmen zu einem filigranen Gebilde verwoben: köstlicher fliegender Teppich, auf dem ich dahinschwebe. Jetzt wird der Orgelklang zu einem Quäken, umrankt von aufblühenden weiblichen Stimmen: strahlend, golden und bernsteinfarben, fließend wie Honig, und ein Schauder durchflutet mich.

Mein Körper ist eine Art Tempel, in dem der Engelschor widerhallt, sein Lobgesang nicht auf einen abstrakten Gott, sondern auf das unmittelbare Dasein, auf eine sich plötzlich mir offenbarende Harmonie, die alles durchdringt: Trost jenseits des deprimierenden Alltags, und ich wische mir heimlich die Augen.

Beitrag vom 30 November, 2009 (13:39) | Autor: Kasper Grimm | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Moderne Musik

22 November, 2009 (23:46) | Hartmut Sörgel | goldener schnitt | 1 Kommentar

Gestern hörte ich Komponisten über ihre Musik diskutieren,
hier ein Stück daraus


                                Utopie enthält Unerfüllbares?
                               Gedachte Struktur
                            philosophisch verankert
                         und der Hörer?
                       Trotzdem
                      spielen wir mit
                     zehn Fingern das Rhizom
                      Musik
                       eine Saite in mir
                         schwingt außen
                          und gleichzeitig in der Mitte
                            gespielt mit dritter Hand
                             oder elftem Finger
                               Unmöglich?
                               Ich könnte mich selbst nicht hören
                              wenn ich Kartoffel wäre
                             ein Labyrinth
                           aus Wurzeln
                         Utopie?
                      Man hört es
                  Ich selbst nie
               eine Achterbahn
               ein Hauch
                an diesem und jenem Ort
                    ein Paradies

Beitrag vom 22 November, 2009 (23:46) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Avalon

9 November, 2009 (18:08) | Kathrin Drescher | goldener schnitt | 3 Kommentare

Avalon
“von Inseln,
auf denen
Apfelbäume
der Sonne
nachwinken”

Beitrag vom 9 November, 2009 (18:08) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (3) Kommentare


Skalli II

16 Oktober, 2009 (00:42) | Kathrin Drescher | goldener schnitt | 4 Kommentare

Skalli

“vom Wolf, der
der Sonne folgt
in die schützende Flut”

oder einfach: “der Himmel daheim”

Beitrag vom 16 Oktober, 2009 (00:42) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (4) Kommentare


1980

8 Juni, 2009 (09:26) | Angelika Zoellner | goldener schnitt | 3 Kommentare

Nach acht Jahren Schweigepause wagte ich mich wieder daran, das Schreiben von einem Gedicht auszuprobieren. Die Gedanken dazu sperrte ich in meinen Kopf. Ich erzählte niemand etwas davon, lief auf meinen Schuhsohlen unsicher in den größeren Buchhandlungen herum, starrte die Seiten sog. ‚moderner Lyrik’ an und wusste, ich würde dem Trend, abgebrochene Zeilen zu üben, mich anpassen müssen.
All zu gut erinnerte ich mich daran, warum ich vor diesen acht Pausenjahren in eine schriftstellerische Stille verfiel. Ich hatte eine umfangreichere Herzensblüte mit abendlicher Gefühlsseligkeit und überfrachteten Altreimen an die ’Horen’, eine der wichtigsten zeitgenössischen Literaturzeitungen geschickt.
Die Antwort der Redaktion hatte meine künftigen Produktionen einstweilen in ein finsteres Aus geschoben.
‚Schön, sehr schön’, hatten sie klar geantwortet. Aber – es wäre ‚vor hundert Jahren so schön’ gewesen. Nicht heutzutage. Und – sie hatten Recht.
Zuhause suchte ich mir ein besonderes Papier aus einer hinteren Schublade heraus und dachte eine Ansammlung von Grübelminuten nach, an welchem Objekt ich diese modisch abgebrochenen Zeilen üben oder versuchen sollte.

Mein Großvater zog mir durch den Sinn. Er hatte sich erst vor vier Wochen aus dem Leben verabschiedet. Ich hatte ihn mehr als geliebt, bewundert und – ich hatte noch nicht sehr viel Erfahrung mit dem Tod von Menschen gehabt.
Ich schrieb und schrieb, es strömte ein sich wie von selbst dehnendes Wortmeer aus meiner Erinnerung – wie er es fertig gebracht hatte, in dem gesamten 1000-jährigen Reich standzuhalten und kein Mitglied der NSDAP zu werden. Dabei war dies für den geschäftsführenden Direktor einer Kleinfabrik gar nicht so einfach gewesen.
‚Ich werde es mir überlegen,’ hatte er refrainmäßig den sich wiederholenden Politanfragen geantwortet – und blieb bis zum Schluß: Nichtmitglied.
Ich sandte meinen Worterguss kurzerhand an eine dieser Literaturzeitungen, eine Zeilengeschwulst, zu der ich schon lang’ nicht mehr stehen würde.
Der Großvater jedoch muss einen Eindruck hinterlassen haben, auch wenn ich mein Gedicht bald vergessen hatte.

Ein Jahr später zog ich die Nachricht aus meinem klappernden Briefkasten. Mein erstes Gedicht würde abgedruckt.
Ich fand mich in der Zeitung neben Hans-Jürgen Heise und Karl Krolow wieder, die ich damals noch gar nicht kannte.

Beitrag vom 8 Juni, 2009 (09:26) | Autor: Angelika Zoellner | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (3) Kommentare


Das Schicksal hat Urlaub

7 Juni, 2009 (16:21) | Werner Theis | goldener schnitt | 3 Kommentare

Das Libellengeflügel
Filigran glitzernd
Drunter der Fischteich

Ob die Seerose
Die Knospe zumacht
Wenn’s regnet

Weiß der Himmel
An dem eine Sonne
Mit Wolken spielt

Lass uns in Ruhe
Sagt dieser Tag
Lass ruhen das

Schicksal hat Urlaub

Beitrag vom 7 Juni, 2009 (16:21) | Autor: Werner Theis | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (3) Kommentare


Klugheit langweilt

4 Januar, 2009 (17:12) | Werner Theis | goldener schnitt | Kommentieren

Man braucht zumeist ein ganzes Leben lang,
Um sich und Andre endlich zu durchschauen.
Man hat sich schnell die Nase angehauen.
Das Wort „Enttäuschung“ hat dann guten Klang.

Man könnte früher auf Erkenntnis bauen:
Erfahrung kommt frei Haus und ohne Zwang.
Wer jung ist, handelt oft im Überschwang:
Die Dummen üben selbst. Jedoch die Schlauen,

Sie hören früh schon zu, wenn man erzählt.
Gelegentlich ist’s klug, still zuzuhören,
Auch wenn das langweilt, ärgert, pfupfert, quält.

Wer vorschnell ist, kann sich soviel zerstören:
Auch wenn der harte Kampf den Sieger stählt,
Den Klugen würde die Vernunft betören.

Beitrag vom 4 Januar, 2009 (17:12) | Autor: Werner Theis | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Worte malen

17 September, 2008 (00:10) | Hartmut Sörgel | goldener schnitt | 4 Kommentare

Weil Werner mich Wortmaler nennt,
habe ich von einem Bild abgeschrieben,
was ich darauf malte
und hier ist es:



                         Der Schatten
                                immer läuft er voraus
                             schneller als ich

                   Mein Schatten                             ich?
                                                                               oder
                                      und macht was er will
                                   Die Sonne bestimmt

                            Schatten vor mir
                             Als ich umkehre

                                 läuft er hinterher

Beitrag vom 17 September, 2008 (00:10) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (4) Kommentare


Rainbow county. Once upon a time in a land

11 April, 2007 (19:03) | Kathrin Drescher | goldener schnitt | 1 Kommentar

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow,
There was my lonely friend,
With a rose deeply smiling.
O woman.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of love.

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow,
There was her little man,
With a rose lucky dancing.
O dear man.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of love.

Sometimes, I wish to tell this stuff,
That only you would understand,
Because we were friends.

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow,
There were blue little birds,
In the sky lucky flying.
And with a smile, my Dad.
O father.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of life and death.
When they called you “Daddy”, it made me cry.

Than in this dream, blue, with birds,
Flying over the rainbow,
I wish to tell you all this stuff of my live,
That only you would understand,
Because we were friends.

I’m not talking in a bad way.
I’m not walking in the streets,
Aimlessly looking for a face
that matches yours.
Only I’m bound to You.

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow
There was a beauty, ‘sleep
Like a seed becomes the rose.
O woman.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of life.

Than in this dream, blue, with birds,
Flying over the rainbow,
I wish to tell you from this land, somewhere.

(C) Ostern 2007, Kathrin A.-M. Drescher

Beitrag vom 11 April, 2007 (19:03) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Buchmendels Schätze. Die Bibliothek

8 März, 2007 (23:14) | Kathrin Drescher | goldener schnitt | 2 Kommentare

“Die Unsterblichkeit der Literatur ist abstrakt und heißt Bibliothek” verrät uns Octavio Paz. “Das Paradies habe” er sich “immer als eine Art Bibliothek vorgestellt” schwärmt Borges. Aber “Ein Bibliothekar, der keine Geheimnisse, kein verschlossenes Zimmer habe, sei kein rechter.” schränkt Goethe ein. Umberto Eco hält “die Bibliothek gar für “ein großes Labyrinth”: “Trittst du ein, weißt du nicht, wie du wieder herauskommst.”

Lauter Geheimnisse und ein kleines verschlossenes Zimmer gab es in der Bibliothek auf dem Petersberg in meiner Heimatstadt. In den hohen Wandschränken unter den Kreuzgewölben des Benediktinerklosters standen die Dichterwerke längst verstorbener Meister wie auch der Neulinge aus dem letzten und diesem Jahrhundert in einem Regal.

Als Kind suchte ich so oft es ging diesen Ort auf, in dem ich mich verstecken und mein vom Stumpfsinn der Schullehre gebeuteltes Wesen sich zurückziehen konnte, um einzutauchen in eine atemberaubend geheimnisvolle Welt, die sich mir erschloss, wohin auch immer ich meinen naseweisen Schritt lenkte.

(C)2007 Kathrin Drescher

Beitrag vom 8 März, 2007 (23:14) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Zeilenfresser

10 November, 2006 (09:25) | Werner Theis | goldener schnitt | Kommentieren

Es fragt sich selbst die Welt nach ihrem Grund,
Wenn Greife schreiend durch die Winde jagen.
Es fragt sich der die Frage aller Fragen,
Der Verse reimt so schwer zu später Stund.

Ins Wort gegossen scheinen schön die Klagen,
Es laufen Metrum, Sprache, Endung rund.
Dem Leser wird das Klagen bald zu bunt:
Der Text will nicht den Durchschnitt überragen.

Doch spät am Abend reimt sich einfach besser,
Wenn man die Trauer und den Schmerz besingt.
Die Analyse schneidet scharf wie Messer,

Der harte Tonfall wie gehämmert klingt.
Der Rest, er dient doch nur als Zeilenfresser,
Der diesen Vers zum letzten Reim bezwingt.

Beitrag vom 10 November, 2006 (09:25) | Autor: Werner Theis | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag ausdrucken | Kommentieren




Idee: Enno E. Peter & Sabrina Ortmann

WordPress | Basis Theme: Andreas Viklund & webhosting sources | modified by TyrakusCMS