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Der Dichter und die Fliege

12 August, 2010 (21:37) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Der Dichter sitzt vor seinem Blatt
Und sieht dort nichts als weiße Leere.
Er fühlt sich müde, schlapp und matt.
Es geht ihm an die Künstlerehre,

Weil er so sitzt den dritten Tag:
Das ist nicht wirklich sehr erlabend.
Er fragt, woher das kommen mag,
Entdeckt, es fällt ihm grad der Abend

Vom Himmel hoch auf seinen Tisch.
Das Blatt bleibt blank, die Augen tränen,
Denn, selbst wer sitzt, bleibt nicht lang frisch,
Wie sich die Jungen morgens wähnen,

Wenn sie nach kurzer Nacht im Bett
Den Tag erfreut in Angriff nehmen.
Vor seinem Kopf hat er ein Brett.
Die Muse will sich nicht bequemen,

Mal kurz bei ihm vorbeizuschaun
Und ihm den einen Kuss zu schenken.
Der Dichter trauert, fühlt sich down.
Es hilft ihm nichts, kein Kopfverrenken:

Es will nicht werden, das Gedicht.
Der Bleistift ist ganz feucht vom Drehen.
Die Fliege summt frech vorm Gesicht.
Er träumt und kann sie nicht mal sehen.

Beitrag vom 12 August, 2010 (21:37) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Päonienhaikus

17 Mai, 2010 (20:44) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

I

Die weiße Knospe
Der Pfingstrose ist offen –
Weiß das die Biene?

II

Die Hummel hat die
Pfingstrose heute morgen
Erstmalig besucht

III

Die gelbe Blüte
Der alten Päonie
Schläft noch einen Tag

IV

Die dicken Knospen
Der roten Päonie -
Morgen schlägt ihr Herz

Beitrag vom 17 Mai, 2010 (20:44) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Dichter Kosmos

16 April, 2010 (23:44) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Eben fragte ich Omar Khayyam, was Elvira fragt.
Und er sagt:
Du weißt ja, dass ich auch Astronom bin. Besonders fesselt mich
zur Zeit die dunkle Seite des Kosmos.
Sie ist das versteckte Rückgrat des Alls.
Doch was das bedeutet?
Dunkle Energie = 73%
Dunkle Materie = 23 Prozent

Aus allen Richtungen und pausenlos fliegt Licht
Sterne, Kometen, Sternschnuppen, Nebel… alles spricht
Doch das sind nur 4% der Welt
Der Rest, die dunkle Seite wird mein Gedicht

Denn aus unsichtbarer Poesie besteht die Welt
die Kraft, die alles formt, zerreißt, zusammenhält
Astronomen schauen wie berauscht ins All
Unsichtbare Dichte(r) auf dem großen dunklen Feld

Beitrag vom 16 April, 2010 (23:44) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Dunkle Energie

15 April, 2010 (23:49) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare

 
Heute abend wieder im Gespräch mit Khayyam
Er schaut in den Himmel und fragt, ob die dunkle Energie Poesie ist?
Denn sie umgibt uns überall, doch wir sehen sie nicht, nur manchmal blitzen
Gedanken wie von ihr geschrieben so dunkel wie poetisch.
Doch manche denken an ganz andre Dinge oder gar nicht,
wie die blöden Kerle, von denen Werner schreibt.
Oh, wundere ich mich, du schaust auch in den tagebau?
Na klar, das Netz ist poetisch?!
Und er sagt klangvoll:

In vielen Dimensionen lebt die Fantasie
Darin tanzen Verse mit dunkler Energie
Erlebe sie mit allen Sinnen jeden Tag
statt rumzublöken wie das liebe doofe Vieh

Beitrag vom 15 April, 2010 (23:49) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Sestine

13 April, 2010 (13:10) | Kathrin Drescher | zahlenfolge.n@tur.net | 1 Kommentar

Gezählt wird eins bis sechs und umgekehrt verdreht, dann um die sechs bis eins zurück -
Ach was, das Labyrinth poetischer Fleißarbeit bleibt liegen, denn die Liebe ist ein Kiesel, der in der Sonne lacht,
und die Sestine inmitten der Mauerblümchen lächelt verschmitzt direkt ins Auge.

Beitrag vom 13 April, 2010 (13:10) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Es treibt mich auf die Straße in die Sonne

3 März, 2010 (16:09) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare

Es treibt mich auf die Straße in die Sonne:
Der erste satte Strahl fällt aufs Gesicht.
Dem Winter droht der Tod. Vielleicht auch nicht.
Voll Übermut kick ich die Streusalztonne

In eine dunkle Ecke. Jetzt ist Schicht
Mit Eis und Schnee, jetzt kommen Frühjahrswonnen.
Das Leben hat erneut die Schlacht gewonnen.
Das Kalte geht. Die Lust wird Bürgerpflicht.

Ich kann das Neue fühlen, spüren, riechen.
Der Wind ist nicht mehr scharf, nein, zart und lind.
Die Welt hört endlich auf, dahinzusiechen.

Ich freu mich wie ein ungestümes Kind
Und möchte in die Krokusblüten kriechen,
Die aus dem Nichts hervorgebrochen sind.

Beitrag vom 3 März, 2010 (16:09) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Als Anschauung

20 Februar, 2010 (19:09) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare

Am Sonnenfenster
Orchideen -
Blüten schnäbeln
Reihenweise duftlos

Spieren strecken sich
Ins Luftige -
Weiter
Immer weiter

Befeuchten -
Tropfennebel netzen
Große Blätter
Glänzen

Schmarotzer können
So schön sein
Zum Anbeten -
Nichts geben sie

Als Anschauung

Beitrag vom 20 Februar, 2010 (19:09) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Taw

19 Februar, 2010 (01:08) | Kathrin Drescher | zahlenfolge.n@tur.net | 3 Kommentare

Beitrag vom 19 Februar, 2010 (01:08) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (3) Kommentare


Musik mitgeschrieben

18 Februar, 2010 (23:16) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

 
31.1.10
Ultraschall – Festival
Ein Stück von Turnage

Zeit malt
bis an die Grenzen
Ein Ruf
noch ein Ruf
meine Augen
jeden Morgen
Sehnsucht nach dem Meer
Der Wind lacht furios
Wellen streicheln
locken
Wie grün
wenn ich erwache
Vögel Perlen
ein Ziel ein Pfeil
verdreht
Die Berge singen
Regenbögen
die Hände meiner Mutter

Beitrag vom 18 Februar, 2010 (23:16) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Komposition

15 Februar, 2010 (23:40) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | 1 Kommentar

Als Schmetterling im All komponiere ich


                              Ein  Stück
                    zerfliegt in Sieben in Acht in Neun
                Räume fordert der Raum
            explodiert
        und schlägt Funken

     Wand und Säulen aus Flammen
    träumen
    flörrbökbökööööö
   streunen durch die Zeit streuen
  und quietschen
Parallaxen
 Hyaden neben Beteigeuze
    Die Göttinnen des Regens
        donnern
          in elf Spuren atmend
            tanzen Geräusche
                  und verschmelzen
                     ganz langsam
                        von draußen nach drinnen
                           aufsteigend
                               von dunkel nach hell
                                   in Spiralen
                                        frei im Raum
                                          zur Melange verschränkt
                                               Klanglebewesen gebärend
                                                  Sie tauchen auf den Wegen
                                                        auf und unter
                                                            und dieses Licht
                                                                 und das Blau dahinten
                                                              saugt uns ein

                                                   Dropöwöuouuuuu

                                               wieder
                                         dreht
                                   sich
                               der
                         Wind
                      um

Beitrag vom 15 Februar, 2010 (23:40) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Weltall Schmetterling

14 Februar, 2010 (00:13) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren


                           Auf
                     den Flötentönen
                  in die Symphonie das
                 All flatternde Flötentöne singende
           Schmetterlinge
         Farben tönen Jeder Flügelschlag Alles schwingt
             Saiten klein und vielsaitig Ich besteige sie
                         kletternd auf den Flötentönen
                          unzählig schwingend
                                 hin und her.
                                  in Milliardstel
                                Billionstel
                              Billionstel
                              Metern
                              tief
                               und
                               schwer
                                  leicht
                                     und
                                       hoch
                                        in vielen Dimensionen
                                          dick und dünn
                                             die Töne fliegen
                                                 verdoppeln sich
                                                     verschwinden
                                                        Ich flattere
                                                          und klettere
                                                             weiter
                                                                Auf den Saiten
                                                                      Jeder Schritt
                                                                           ein Orchester
                                                                               Ein Schmetterling
                                                                                     der flötend tanzt
                                                                                     und
                                                                                     tr
                                                                                    o
                                                                                  mm
                                                                               e
                                                                             l
                                                                          t

Beitrag vom 14 Februar, 2010 (00:13) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Flötenbild

12 Februar, 2010 (22:56) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare



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                                                                                            \      I I   I I   / \   I
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                          \        I      I       /
                           \       I      I     /

                               O     O
                                     I

  und die Sterne
flöten auch und dunkel tief
aus der Ferne
Helioseismologen
lauschen
 was sie erzählen
aus ihrem Bauch

Beitrag vom 12 Februar, 2010 (22:56) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Der Winter ist doch schön!?

10 Februar, 2010 (23:48) | Hartmut Sörgel | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren


Stiller Morgen                      Im Wald
  Kein Mensch nirgends        Die großen Flocken fallen
       Nur ein Flugzeug brummt   lautlos in den Schnee 

                Der kalte Winter              Zur Balz
                     Die nackten Bäume       Ein Specht trommelt
                            weiß angezogen       tr tr tr tr tr   

                     Steigt aus dem Auto          Mit zwei Hunden
                und als ob er gehen lernt  Frauchen hält sich daran fest
          durch den Schnee             auf glatten Wegen

      Das andre Ufer                    Die Kinder
   Der unsichtbare See        Steine schmeißen auf das Eis
blendend weiß                dass es kracht

Beitrag vom 10 Februar, 2010 (23:48) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Skalli

11 Oktober, 2009 (14:54) | Kathrin Drescher | zahlenfolge.n@tur.net | 4 Kommentare

Skalli

“vom Wolf, der der Sonne folgt”

Beitrag vom 11 Oktober, 2009 (14:54) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (4) Kommentare


Du kleine Orchidee

28 August, 2009 (20:40) | Werner Theis | terra/adern/fluss.linien, zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Bist Du die kleine Orchidee
Und zeigst mir Deine Blütenblätter?
Lässt Du mir Deine Lippen blühn?
Du solltest ernsthaft Dich bemühn!
Ich bin Dein weißer Ritterretter.
Sei nett und lob mich übern Klee!

Mir wird ganz warm ums arme Herz:
Es will mir eine Hoffnung grünen.
Du bist, Du Blume, wunderschön!
Und wenn ich gießend Dich verwöhn,
Dann muss ich dieses niemals sühnen!
Die frühe Lieb’ ist tiefer Schmerz!

Mach, dass ich das nicht sehen kann:
Du lässt doch nicht die Blätter welken
Und wirst zu schwach zum Blütentrieb.
Dann habe ich Dich nicht mehr lieb
Und werf Dich zu den alten Nelken.
Drum zeig Dich, Knospe, streng Dich an!

Beitrag vom 28 August, 2009 (20:40) | Autor: Werner Theis | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Mir graut vor nichts

29 Mai, 2009 (13:06) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare

Es klatscht der Mohn mir ins Gesicht.
Die Sonne hält, was sie verspricht,
Und brennt ein Loch mir in den Pelz.
Der Amsel, die laut pfeift, gefällt’s.

Der Türkenmohn prallt feuerrot.
Ich denke nichts, das Hirn wie tot,
Und fahre Kreise um die Bäume.
Als ich das Gras beiseite räume,

Erahne ich, was Wüste heißt:
Die Stirne, die sich rasch verschweißt,
Erleuchtung trifft durch Sonnenstrahlen,
In denen sich die andern aalen.

Das Mähen ist mein Lieblingsjob:
Man fräst sich durch sein Biotop,
Verflucht die Büsche, die drin sitzen,
Gerät ins Grübeln und ins Schwitzen.

Der Grind ist dumpf, das Leben schwer,
Die Arbeit hart, die Flasche leer,
Der Rücken schmerzt, rot ist die Haut:
Wohl dem, dem nicht mal davor graut.

Das Kreiseziehn macht einen hin,
Und dem kann ich mich nicht entziehn.
Doch nach dem Mähen gibt’s ein Bier:
Bis dahin aber stirbt man schier.

Beitrag vom 29 Mai, 2009 (13:06) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Rotes Wunder

15 Mai, 2009 (21:25) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | 6 Kommentare

Die Päonie
Rotes Wunder
Stolz strahlend recken sich die
Öffnenden Blüten
Der Himmel trägt sich leicht

So leicht
Wattebauschleicht bewölkt
Die Biene bleibt ruhig
Das Leben
Trügerisch

Geht so leicht
Verwelkt so leicht
Der Hagelsturm
Hat sie
Entblättert

Meine Rose
Entblättertest Du Dich
Ich läg Dir
Stolz Strahlende
Viel.leicht zu Füßen

Beitrag vom 15 Mai, 2009 (21:25) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (6) Kommentare


Heuschnupfen

19 April, 2009 (18:09) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

- Kirschblütensonett -

Dort steht ein rosa Meer aus Kirschenblüten.
In diesem Baum drin stehe ich gebannt.
So etwas Schönes, hätt’ man’s nicht gekannt,
Man würd’s nicht glauben wollen: Bienen mühten

Sich schon seit früh am Morgen: Allerhand
Gab es da zu bestäuben. Wie sie wüten!
Mir scheint, als ob die zarten Flügel glühten!
Ich streiche durch das Meer mit zarter Hand.

Im Vogelhaus hör ich ein leises Knistern.
Die Meischen bauen sich ihr weiches Nest.
Jetzt heißt es schweigen, nicht mal sachte flüstern.

Ich bücke mich, halt meine Brille fest.
Dann kneife ich mir vorsichtig die Nüstern:
Die Allergie entwickelt sich zur Pest!

Beitrag vom 19 April, 2009 (18:09) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Schnee mit Pferdefüßen

1 Februar, 2009 (10:28) | Kasper Grimm | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare

Quietschende Haustür. Eine über Nacht ins Weiße verwandelte Szene. Alles ist mit Schnee überpudert, frisch, unberührt. Die Straße: weißer, vor mir ausgebreiteter Teppich, den ich nur zögernd betrete. Die Sohlen meiner Schuhe hinterlassen haargenaue Abdrücke, ihr spiegelverkehrtes Profil. Jeder Schritt erzeugt einen gedämpften Knall. Der Schnee fühlt sich unter meinem Gewicht wie eingedrücktes Pulver an: dumpfes Knirschen einer nassen Konsistenz in Gestalt trockener Watte – paradox. Jedes Detail hat einen weißen Nerz übergeworfen bekommen. Oder eine Bettdecke, gar ein Plumeau. Da, die weiße Haube auf der Mauer. Sogar die Seitenspiegel der geparkten Autos scheinen in Pelzmützen gemummelt zu sein.
Auf der Neusserstraße ist die schöne weiße Fläche schon häßlich verschmutzt: Frühverkehr. Graue Spritzer schießen zischend unter den Reifen weg. Glänzend schwarze Löcher bleiben zurück. Entzauberung des Märchenhaften. Herunterklatschen tauender Klumpen von Schaufenstersimsen. Tröpfeln von der Dachrinne auf meinen Kopf: fies! Riesige Kipplaster donnern vorbei, brüllende Kolosse mit einer grünen Plastikblende: Mützenschirm über der Windschutzscheibe, heruntergeklappt – damit der Fahrer im Führerhaus nicht vom grellen Laternenlicht geblendet wird? Straßenbahnschienen: schwarze Linien im noch unberührten Schneestreifen zwischen den Fahrbahnen.
„In China haben die Damenfüße viel Ähnlichkeit mit Pferdefüßen“, lese ich im mitgenommenen Hebbel, stampfe mit meinen Eisklumpen auf und denke: meine hier auch.

Beitrag vom 1 Februar, 2009 (10:28) | Autor: Kasper Grimm | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Vollmondwinter

12 Januar, 2009 (18:24) | Werner Theis | zahlenfolge.n@tur.net | 2 Kommentare

Es ziert das Grau der Inversion
Der volle Mond.
Wie er dort thront.
Den ganzen Mittag steht er schon

So da und scheint so fahl und rund.
Ich geh und seh.
Er ruht wie eh.
Es geht voran zur Abendstund.

Ich greif mir an des Hutes Rand
Mit einer Hand.
Die Welt ist Tand.

Ich hauche Nebel. Es ist kalt.
Der Mond ist alt.
Ich bin es bald.

Beitrag vom 12 Januar, 2009 (18:24) | Autor: Werner Theis | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare




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