Beiträge zu lug & trug

Fragen

1 September, 2010 (09:27) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Du fragst: Was haben wir denn hinterlassen?
Es ist nicht viel, hast recht, wir wurden Staub.
Dazu sind wir noch blind gewesen, taub
Und wussten nicht viel mehr als zu verprassen.

Du meinst, sie würden uns dafür wohl hassen.
Man könnte sie verstehen, mit Verlaub!
Es war nicht weniger als Zukunftsraub!
Wir lebten nach dem Motto: Hoch die Tassen!

Wie sag ich’s meinen Kindern, fragst du dich.
Ich glaube, du musst ihnen nicht viel sagen.
Sie werden es bezahlen, fürchterlich,

Und sich auch für die Nichtgebornen plagen.
Sie werden sich nur fragen: Warum ich?
Und du hörst, weil du fort bist, nicht ihr Klagen.

Beitrag vom 1 September, 2010 (09:27) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Ein Wort zu verlieren

3 August, 2010 (17:35) | Werner Theis | lug & trug | 2 Kommentare

Du hast genug geredet sprich
Mich nicht an die Worte füllen
Meine Gehörgänge es herrscht
Stau wie auf der A5 nach Süden

Ein paar Schwalben machen noch
Keinen Sommer Gezwitscher keine
Lerche und die Nachtigall keinen
Schönen Morgen gestern schien

Alles im Lot heute fehlt der Lotse
Und das Schiff hat zwei Ruderer
Die verschiedene Fahrrinnen unter
Kiel nehmen wollen da ist

Die Stille laut und das Laute so
Still und du redest und redest und
Kaust die Luft solang durch
Bis du sie ausspuckst wie

Einen schalen alten Kaugummi
Und unser Leben landet als Aus-
Wurf im Gulli wo es der
Nächste Regen fortspült als

Wäre nichts gewesen wofür
Sich ein Wort zu verlieren lohnte

Beitrag vom 3 August, 2010 (17:35) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Der Himmel hängt ganz schief in den Scharnieren

11 Juli, 2010 (16:26) | Werner Theis | lug & trug | 2 Kommentare

Der Himmel hängt ganz schief in den Scharnieren:
Sein Witz ist trüb und schmeckt nach echtem Schund;
Der Redner ist sehr laut und nicht gesund,
Und Floskeln können Leere nicht garnieren.

Die Zeit läuft ab im dauernd gleichen Rund:
Die Zeiger haben nichts als Zahlen zu servieren.
Man könnte sich erregend enervieren:
Es schlüge immer noch die letzte Stund.

Das Klima dieser Welt wird stetig heißer,
Und dennoch scheint es so, als wärs zu kalt.
Die Wäsche auf der Leine gleißt stets weißer,

Und trotzdem steigen Kriege, Tod, Gewalt:
Von Zeitung bleiben Aufmacher und Reißer.
Das Richtige verliert so die Gestalt.

Beitrag vom 11 Juli, 2010 (16:26) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Im Server

29 Juni, 2010 (11:48) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Ich treff den Nagel auf den flachen Kopf,
Im Bilde zwar, denn bare Wirklichkeit
Hält mir das Weltweitweb ja nicht bereit:
Papier und Bleistift, welch ein alter Zopf!

Das Internet, in dem es Pixel schneit,
Hängt förmlich frei am Googlewerbetropf.
Was ich als User in die Kabel stopf,
Ist nichts als „Takeaway“ der Version „light“.

Ich surfe hin und her als Avatar
Und nick mit meinem Nick zur Inhaltswüste
Mal „yes!“ mal „no!“, und nichts ist daran wahr.

Dann klick ich mich durch Schwänze oder Brüste,
Was mich erwartet, ist so sonnenklar:
Im Server liegt das Zentrum aller Lüste.

Beitrag vom 29 Juni, 2010 (11:48) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Schattenbild

11 Juni, 2010 (11:00) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Ich war es, der Dich aus der Ferne grüßte,
Mein Schattenbild entfloh aus fremder Welt,
Ich kam und ging und war nicht mal bestellt.
Und, was ich hinterließ, ist leere Wüste.

Es war mein Schrei, der aus dem Echo gellt.
Und glaube nicht, dass ich nicht alles wüsste!
Ich segelte entlang der schroffen Küste
Und flog im Holländer am Himmelszelt:

Ich war Pirat der niedersten Gelüste.
Mein Herzgesicht ist widerlich entstellt.
Es war die Todesbraut, die mich früh küsste,

Als ich durch wilden Sturm und Hagel düste:
Du bist mein Licht, abseits von Ruhm und Geld,
Mein Trost, der selbst mein Scheitern mir versüßte.

Beitrag vom 11 Juni, 2010 (11:00) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Kopflos

3 Juni, 2010 (13:54) | Werner Theis | lug & trug, tage-bau | Kommentieren

Sein Denken schenkte ihm die letzte Schöpfung:
Am Schopf gepackt zog sie sich aus dem Sumpf
Von selbst, und auch ihr Lachen klang schon dumpf;
Und nach Errettung kam sofort die Köpfung;

Das junge Blut gerann an Halses Stumpf.
Der dumme Kopf erging sich in Verschwörung,
Denn es ereilte bös ihn die Betörung:
Es dachte sich, des Hirns beraubt, der Rumpf,

Er könnte sich in wilde Schlachten stürzen.
Die Trennung durch des Schwertes raschen Hieb
Kann Leiber im Getümmel rasch verkürzen.

Doch all dies Wissen überwand der Trieb:
Er wollte Langeweile mit dem Kitzel würzen,
Von dem am Ende nichts als Tod ihm blieb.

Beitrag vom 3 Juni, 2010 (13:54) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug, tage-bau | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Keine Rose

3 Mai, 2010 (14:37) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Ach, sag jetzt nicht, du wärest anders als
Die Hülsen aller lässig losen Worte,
Die Süße einer Käsesahnetorte,
Die ich dir leckte von dem weißen Hals,

Inmitten der Verblendung freien Falls:
Ich webte dir zum Bild die goldne Borte!
Und als die Nadel sich in diese bohrte -
Die Seifenblase starb des leisen Knalls

Sekundentod – da sah ich dich erst klar:
Du bist von jener widerlichen Sorte,
An dir ist gar nichts jemals wirklich wahr.

Was schienst du edel und so wunderbar!
Die Rose blieb, als elend sie verdorrte,
Am Ende immer noch, was sie mal war.

Beitrag vom 3 Mai, 2010 (14:37) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Zu seiner Schlachtbank

24 März, 2010 (19:26) | Werner Theis | lug & trug, terrere est humanum? | Kommentieren

Zu seiner Schlachtbank sollte man es führen,
Das Osterlamm, so zart und weiß und fein.
Da will ein junges Blut vergossen sein.
Es darf das Sterben, fließend, selig spüren.

Hier liegt es jetzt, ganz tot und still und klein.
Man wird es bald zum Festtagsbraten küren.
Man möchte seine Stirne sanft berühren
Und denkt, das ganze Spiel ist hundsgemein.

Der Sonntag ist ein Wandern in Spalieren,
Die blauen Bänder flattern in dem lauen Wind.
An Ostern werden wir das Lamm verlieren,

Der volle Bauch danach bringt Trost geschwind.
So geht es Lämmern, Menschen wie auch Tieren:
Die Freude kommt, wenn sie gegangen sind.

Beitrag vom 24 März, 2010 (19:26) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug, terrere est humanum? | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Lose Lose

15 März, 2010 (21:04) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Sie brechen Versprechungen
Und die Vögel singen wie immer
Die Sonne scheint auch
Wenn der Tag anbricht
Nach diesen Nächten

Schlaflosigkeit spricht aus Seelen
Von diesen Brechungen
Aufgefächert die Schmerzen
In Schwerelose nach Farblosigkeiten
Keine Leichtigkeiten mehr

Aber Leichtgewichte
Besprechen die Verbrechen
Ahnungslose fallen dabei zu
Sprechen Bände
Zeigen immer ihre Rücken

Ja die Regale ja die Ordnung
Verheißen so voller Glaube Liebe Hoffnung
Wer zieht die Lose
Wer verzeiht sie und
Wer geht im Frühling doch zu Grunde

Beitrag vom 15 März, 2010 (21:04) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Schneeflöckchen – Weißröckchen

6 März, 2010 (11:53) | Werner Theis | lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Es tanzen Flocken um den kalten Wind,
Sie wirbeln sich im Kreis, als gäb’s kein Morgen:
Man möchte sich von ihnen Leichtsinn borgen
Und fröhlich sein, so wie als kleines Kind.

So fallen sie, des Winters zarte Boten,
So schön, so weiß, als gäb’ es keinen Tod.
Sie decken ab, was unsern Blick bedroht,
Was wir zu wissen uns doch selbst verboten.

Man schaut von innen auf das wilde Treiben,
Wenn’s weiter friert, dann stirbt sich’s in der Stadt,
In Ecken, wo die Ausgegrenzten bleiben,

Die unser Leben ausgeworfen hat.
Die Wärme drinnen endet an den Scheiben:
Dort wird man mit- und aneinander satt.

Beitrag vom 6 März, 2010 (11:53) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


algebra

14 Februar, 2010 (22:56) | Ramona Linke | lug & trug | Kommentieren

einmalzwei
kalte stimmen kleben
fest
in ihren gedanken
wie seetangfetzen
an molen
wänden
zu viele
boolesche ver
knüpfungen
zu viel
output
and or not
jaspisrot glüht
der abend
über
und jemandes ab
wesenheit
multipliziert sich
unter
ihrer haut

Beitrag vom 14 Februar, 2010 (22:56) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Der Intrigant

12 Februar, 2010 (18:15) | Werner Theis | lug & trug | 1 Kommentar

Es ist der Mensch ein Intrigant.
Nicht jeder zwar, doch ist bekannt,
Dass mancher drunter, Hand aufs Herz,
Das Sticheln liebt, ganz ohne Scherz,

Und auch das üble Nachgerede.
Er liebt den Hinterhalt, die Fehde,
Die, mit dem Messer im Gewand,
Ganz gerne meuchelt unerkannt.

Er ist geschlechtlich meistens weiblich.
Er leugnet alles unbeschreiblich
Und streitet Tat und Handeln ab.
Sein falsches Lächeln macht nie schlapp,

Die Stimme säuselt eklig süß.
Er sagt zum Sterbenden noch „Tschüß“
Und ruft den Arzt sowie die Rettung,
Entzieht sich so schlau der Verkettung.

Er ist das Unglück in Person.
Wo Friede ist, da sägt er schon
An Stühlen, sorgt für böses Blut.
Er kann sonst nichts. Das kann er gut.

Es gibt ihn hier, den Intrigant,
Es gibt ihn da, und unbekannt
Ist er am Werk im Hintergrund.
Er zischelt, lästert, hechelt und

Erfreut sich an der Frucht der Tat,
Wenn sie erwächst aus feiner Saat.
Er macht das heimlich, still und leise,
Schlägt seiner Missgunst eine Schneise.

Beitrag vom 12 Februar, 2010 (18:15) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | (1) Kommentar


Zuckerschlecken

6 Februar, 2010 (20:35) | Werner Theis | alptraum/ego.wunde, lug & trug, tage-bau, terrere est humanum? | Kommentieren

Was soll das Geschrei bezwecken?
Sterben nicht die letzten Recken?
Sag es laut und ohne Schmu:
Gutes geht, die Tür fällt zu.

Narr zu sein – kein Zuckerschlecken:
Ehrlichkeit ist am Verrecken.
Wer noch sagt, was er sich denkt,
Wird am nächsten Ast gehenkt.

Den, der’s wagt, laut anzuecken,
Wird man in die Klapse stecken:
Geh mit Gott, geh in den Tod,
Halt den Mund, willst du vom Brot.

Achte drauf, dich zu verstecken,
Züngle nicht beim Ärschelecken:
Nimm nichts ernst, doch zeig es nicht.
Schweigen ist die höchste Pflicht.

Was will dein Geschrei bezwecken:
Enden nicht zuerst die Kecken?
Böses kommt, die Tür geht auf.
Stell dich nicht in seinen Lauf.

Beitrag vom 6 Februar, 2010 (20:35) | Autor: Werner Theis | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, tage-bau, terrere est humanum? | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Mein Freund, der Alp

28 Januar, 2010 (21:24) | Werner Theis | alptraum/ego.wunde, lug & trug, tage-bau | 2 Kommentare

Nicht dass ich heute solo schlafe:
Der Alp, mein Freund, der bleibt mir treu.
Ich freu mich dessen täglich neu:
Ein Alpdruck ist viel mehr als Strafe,

Er ist ein Ärgernis dazu.
Der Kerl ist alles, nur nicht scheu,
Und was ich ständig wiederkäu,
Die Furcht, die Angst und keine Ruh:

Begeistert schaut er zu und drückt,
Was ihm dann auch noch häufig glückt,
Mein Herz bis an den Rippenbogen.

Mir wird’s dann herrlich blümerant,
Verlier Besinnung – fast! -, Verstand:
Freu mich des Daseins, ungelogen!

Beitrag vom 28 Januar, 2010 (21:24) | Autor: Werner Theis | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, tage-bau | Beitrag ausdrucken | (2) Kommentare


Spreu und Weizen

23 Januar, 2010 (08:36) | Uwe Schick | lug & trug | Kommentieren

Der Mensch braucht Unterschiede: Automarken, die für die Finanzkraft des Käufers stehen und seinen gesellschaftlichen Status definieren. Das hat der Sozialismus auch nicht zwischen jenen Grenzlinien ausrotten können, zwischen denen er verbreitet war oder ist. Der Mensch braucht die Unterscheidung durch die Kleidung, die Körper betont oder dessen ausladende Linien verwischt. Letzteres ist nötig, um der regionalen Kultur zu entsprechen und so trotz „Fehlern“ noch Aufmerksamkeit zu finden. Diese Beachtung bekommt die erste Gruppe, die Streamliner unter den Menschen, selbstverständlich und wird so für ihre Mühen und Fitnessstudiokosten belohnt. Doch auch ohne Kleider – in der Sauna – kennt das Spreu und Weizen-Denken keinen Halt: Einige der Nackten besitzen Bademäntel, die sie in kleine Fächer stopfen. Wer nur ein großes, buntes Handtuch hat, erntet keine Blicke der Bademantelbesitzer. Die Gattung „Nix-als-Handtuch“ zählt in den Augen vieler Bademäntler höchstens zu den halb professionellen Schwitzern und darf sich gerne unterordnen. Aus ihr wird nicht zwingend etwas Neues wachsen. Keiner von ihr wird es länger als 10 Minuten in der Finnischen Sauna aushalten. Welch ein Irrtum.

Beitrag vom 23 Januar, 2010 (08:36) | Autor: Uwe Schick | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Der Steuer Schuld

17 Januar, 2010 (18:42) | Werner Theis | haut.falten/masken.wahn, lug & trug, tage-bau | Kommentieren

Ich brüte über meiner Steuerschuld
Und wühle quer durch Akten und Papiere.
Nicht dass ich im Entferntesten kapiere,
Was Recht und Unrecht wär. Und die Geduld,

Die ist es, die ich heftigst strapaziere:
Sie wird dadurch zum Riesenkatapult
Für Bürgerärgerstaatsbeschimpfungskult.
Worauf ich mich nun eifrig kapriziere,

Ist das Vermeiden einer Überweisung
Vor großem Ausmaß an den fernen Staat.
Die Steuer Kürzen gleicht so der Lobpreisung

Von Lüge und versteckter bösen Tat.
Und, schwarz auf weiß, führt beinah zur Entgleisung
Die Zahlung, die man mich zu leisten bat.

Beitrag vom 17 Januar, 2010 (18:42) | Autor: Werner Theis | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, lug & trug, tage-bau | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Weihnachtsvorbereitungen für Klugscheißer

23 Dezember, 2009 (19:48) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Es zeigt sich spät, was einer denkt.
Erst wenn er mal die Worte lenkt
Und Ehrlichkeit ihn übermannt,
Wird manche Wahrheit laut bekannt,

Die tief in seines Herzens Grube
Verschimmelte. In dieser Stube,
Kann es rasch eng und enger werden.
Denn dort versammeln sich Beschwerden,

Verletzungen, Missachtung, Wut.
Zu viel davon tut keinem gut,
Vor allem, wenn sie nicht gesagt,
Vergammeln, bis, ganz ungefragt,

Sich dann die Explosion entlädt.
Wie schon gesagt, oftmals zu spät
Macht sich die Sache plötzlich Luft,
Die lange schlief in enger Gruft.

Ein klares Wort zu allen Zeiten,
Das könnte dem ein End bereiten,
Und mancher Krach zu Weihnachten
Ließ als umschiffbar sich betrachten,

Wär diesem Rat man nachgeeifert:
Was wird zum Friedensfest gegeifert,
Geschimpft, geheult und sich geschieden.
Der Kluge hätte das vermieden.

Beitrag vom 23 Dezember, 2009 (19:48) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Denn es sind die Nächte

10 September, 2009 (21:21) | Werner Theis | lug & trug | Kommentieren

Wie soll ich es Dir sagen, hab Dich lieb:
Mehr, als Du denkst, mehr, als ich eingestehe?
Und: Weißt Du, dass ich beinah schon vergehe,
Wenn Du mich ansiehst? Welch ein schlimmer Hieb

Wär’s, wenn Du gingst, wenn Deine warme Nähe
Nur eine ferne – leise! – Ahnung blieb’,
Und ich – allein gelassen – weiter trieb’!
Wenn uns das Schlimmste, Trennung, Tod, geschähe!

Ich sitze hier und träume mich zu Dir.
Und träumen muss ich, denn es sind die Nächte,
Die ihre kalte Schwärze um mich hüllen.

Sie machen, dass ich zittere und frier.
Aus ihnen kommt die Ruhe nicht: Das Schlechte
Nur wollen sie in meine Seele füllen.

Beitrag vom 10 September, 2009 (21:21) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | Kommentieren


Geistesblitz

9 September, 2009 (10:59) | Werner Theis | lug & trug, tage-bau | 4 Kommentare

In des Schädels dunkler Enge
Wabert eine leere Menge
Grauer Zellen vor sich hin.
Wispern leis: Wo ist der Sinn,

Wo ist links und wo ist rechts.
Durch des dichten Netzgeflechts
Endlos lange Nervenstränge
Sausen dauernd neue Klänge

Aus den Ohren und das Licht
Aus den Augen im Gesicht.
Die Gedankenrutschbahn kann
Leicht behindern dann und wann

Jenen kühnen Geistesblitz,
Den man kennt als Mutterwitz.
Mancher Kluge denkt doch schlicht.
Es entscheidet nicht Gewicht

Noch die Bildung, so ein Pech.
Professoren labern Blech,
Wenn sich hinter ihrer Stirn
Ihre Sätze stark verwirrn.

Wie gesagt, es herrscht Gedränge
In des Schädels dunkler Enge.
Manches laut gesprochne Wort
Bliebe trotzdem besser dort.

Beitrag vom 9 September, 2009 (10:59) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug, tage-bau | Beitrag ausdrucken | (4) Kommentare


[bdn 22] Schwäbischer Wochenmarktinfarkt

7 September, 2009 (19:03) | Werner Theis | lug & trug | 9 Kommentare

Du triffst auf dieses eine Mensch
Und denksch: Die kennsch.
Es gehn zwei Finger hoch zum Gruß.
Sie haucht `nen Kuss.

Es stürzt den stärksten Mann in Not,
Wenn er wird rot,
Die Backen, Stirne, Nase, Hals:
Trotz eines Schals

Denkt man, es würde jeder sehn.
Jetzt hilft nur Flehn,
Dass keiner, keine das nicht sieht.
Der Mann, er flieht,

Und dieser arme Mann war ich.
Quatsch, lächerlich,
Wär das? Du hättest grimassiert,
Wär’s Dir passiert?

Schau, ich war nah am Hirninfarkt
Im Wochenmarkt,
Als ich mit meiner Liebsten stand
Am Käsestand.

Da traf ich sie, das blöde Mensch.
Und dacht: Die kennsch!
Sei still, kein Stuss: Auf meinen Gruß
Haucht die den Kuss!

Beitrag vom 7 September, 2009 (19:03) | Autor: Werner Theis | Rubrik: lug & trug | Beitrag ausdrucken | (9) Kommentare




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